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Die Entwicklung der Verbraucher- bzw. Privatinsolvenz

Zweckmäßig ist ein Verbraucherinsolvenzverfahren (umgangssprachlich auch Privatinsolvenz) für Menschen, die bereits überschuldet sind oder bei denen Überschuldung absehbar ist, da bestehende Zahlungsverpflichtungen durch verringerte Einnahmen nicht mehr erfüllt werden können, und bei denen eine andere Lösung nicht möglich ist.

Wir fühlen uns gut beraten

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren hat sich vom Beginn 1999 bis zum Jahre 2003 etwa verzehnfacht (2003 waren es rund 33.600 Verfahren in Deutschland). Grund hierfür ist nicht nur die wachsende Verschuldung, sondern vor allem die Möglichkeit der Restschuldbefreiung, die es nach dem früheren Recht nicht gab. Zu einem sprunghaften Anstieg kam es besonders dadurch, dass seit der Novellierung der Insolvenzordnung (InsO) 2001 eine Stundung der Verfahrenskosten möglich ist und auch völlig mittellose Schuldner ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen können. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2011 insgesamt 103.289 Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet. Die durchschnittlichen Schulden je Fall lagen in den Jahren 2006 bis 2008 bei etwa 60.000 Euro. Mittlerweile liegt diese Summe bei ca. 25.000 Euro.

Neue Vorschriften zur Privatinsolvenz

  • weniger als 20 unterschiedliche Gläubiger
  • vorangegangene, aber gescheiterte außergerichtliche Einigung
  • Schuldentilgungsplan mit allen persönlichen Verhältnissen und alle Angaben über Gläubiger und deren Forderungen

Erst danach, und sobald alle notwendigen Dokumente vorliegen, ist die Beantragung einer Privatinsolvenz beim zuständigen Amtsgericht möglich. Je nach Richter kann eine erneute außergerichtliche Einigung angestrebt oder ein Treuhänder bestellt und eine Restschuldbefreiung beantragt werden.

Gründe und Ursachen für Schulden

Ein Privatinsolvenz Verfahren entsteht meist durch eine zu hohe Summe an Schulden.

Aber wodurch entstehen diese eigentlich?

Gründe für Schulden sind individuell; es gibt einige Spitzenreiter unter den Ursachen, wie zum Beispiel Krankheit, Scheidung vom Partner und Arbeitslosigkeit. Ebenso durch zu hohe Kredite, für die dann eine Kreditumschuldung notwendig wird. Oft ist es nicht möglich, diese Faktoren vorauszusehen und alle Gegebenheiten komplett abzusichern. Fühlt sich obendrein kein Amt zuständig, um beispielsweise die Zeit zwischen Krankheit und Rente zu überbrücken, dann ist eine Verschuldung automatisch vorprogrammiert.

Schulden bei jungen Familien

Junge Familien geben als Grund für die Verschuldung Familienzuwachs oder die Unfähigkeit zur Haushaltsführung an. Ein neues Leben ist eigentlich ein Grund zur Freude, doch oft unterschätzen junge Familien die finanzielle Belastung, die nun entsteht. Kindergeld und Elterngeld hilft nur im ersten Jahr. Ab dem 13. Lebensmonat fällt das Elterngeld aber weg und ein Krippenplatz ist schwer zu bekommen. So passiert es nicht selten, dass junge Familien vom Hartz IV anhängig sind. Da Schulden bei der Hartz IV- Berechnung nicht einbezogen werden, und der Regelsatz nur das Notwendigste der Lebensführung abdeckt, schnappt auch hier die Schuldenfalle zu.

Schulden bei Teenagern

Bei Teenagern ist der Handyvertrag die Nummer eins bei den Schuldenursachen, dicht gefolgt von mehreren Ratenverträgen. Zu verführerisch sind die Angebote von Versandhäusern und Geschäften, die mit günstigen Ratenverträgen potentielle Kunden locken. Da junge Menschen meist gutgläubig und voller Hoffnung sind, häufen sie in ihrer Unwissenheit schnell einen gewaltigen Schuldenberg an und der Weg zur Schuldnerberatung ist vorprogrammiert.

Einfache Schulden bekommen sie schnell mit einem Haushaltsplan und einer Abzahlungsvereinbarung in den Griff. Etwas schwieriger gestaltet sich der Abbau einer Verschuldung. Als erste Regel gilt: Schuldenplan aufstellen! Mit einem regelmäßig geführten Haushaltsbuch, verringern sich die Kosten und Schulden werden systematisch abgebaut. Mitunter hilft es, einen Nebenjob anzunehmen.

Irrtümer über die Privatinsolvenz

Verschuldete Menschen die Privatinsolvenz angemeldet haben, kommen laut bevorstehender Reform nun bereits nach drei statt nach sechs Jahren aus ihrer ausweglosen Schuldensituation. Die Regierung beschloss, das gesetzliche Verfahren zur sogenannten Restschuldbefreiung grundlegend neu zu reformieren. Damit werden Menschen, die in eine finanzielle Notsituation geraten sind, schneller eine sinnvolle zweite Chance eröffnet.

Die Restschulden sollen laut Gesetz schon nach drei Jahren erlassen werden, wenn es dem Schuldner gelingt, innerhalb dieser Zeitspanne mindestens 35% der Gläubiger Forderungen sowie die entstandenen Verfahrenskosten zu zahlen.

Eine Privatinsolvenz hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Vor der Beantragung sollte man sich ausführlich über die rechtlichen Hintergründe informieren und einen Schuldnerberater aufsuchen.

Vor- und Nachteile einer Privatinsolvenz

Auf den ersten Blick überwiegen die Vorteile einer Privatinsolvenz. Aber jeder Schuldner sollte auch die langfristigen Auswirkungen einer Privatinsolvenz berücksichtigen, und ggf. die Chance einer außergerichtlichen Einigung bevorzugen.

  • alle bestehenden Kredite werden gekündigt
  • negativer Schufa-Eintrag
  • kein Abschluss von Verträgen für Handy, Wohnung oder Auto machbar
  • keine Bonität bzw. Kreditwürdigkeit mehr vorhanden
  • der pfändbare Teil des Lohnes wird abgetreten
  • man muss über alles Rechenschaft ablegen
  • der Arbeitgeber wird informiert

Verletzungen der Regeln oder der Meldepflicht kann zu einer Vernichtung der Restschuldbefreiung führen. Auch sind arbeitslose Schuldner verpflichtet eine Arbeitsstelle anzunehmen und müssen nicht selten ihre Bemühungen glaubhaft gegenüber ihren Treuhändern geltend machen. Zuletzt gilt noch zu beachten, dass Konsequenzen einer Privatinsolvenz oft weit länger als sechs oder sieben Jahre andauern, da erst nach frühestens neun Jahren der negative Schufa-Eintrag entfernt wird.